Teil eines Werkes 
Bändchen 12-15 (1852)
Entstehung
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in jeder Nacht muſtert. Eine Petarde, die auf der Straße zerknallt, oder eine Kirchenglocke, die geläutet wird, reicht immer hin, um die ganze Garniſon unter die Waffen zu rufen.“

„Ich fange an zu muthmaßen, daß unſere italienſchen Freunde ſich damit begnügen, und nie weiter gehen wer⸗ den,“ ſagte Norwood verächtlich.

„In dieſem Stücke irren Sie ſich. Die Häufigkeit und die Strafloſigkeit ſolcher Demonſtrationen haben zur Folge, daß die Leute den nöthigen Muth zu offenem Auf⸗ ruhr bekommen. Wenn die Oeſterreicher gegen ſolche nächt⸗ liche Ruheſtoͤrungen einmal gleichgültig geworden, werden die Andern ſo kühn geworden ſein, um einen wirklichen Aufſtand zu wagen.“

„ Koͤnnte man ſie nur überzeugen, daß der Krieg nichts Anderes iſt, als Mord in großem Maßſtabe, ſo koͤnnten ſie vortreffliche Soldaten abgeben,“ lächelte Jekyl.

Die Andern ſchienen indeſſen dieſen Scherz nicht zu

beachten.

„Iſt ſchon eine Zeit beſtimmt?“ fragte Norwood eifrig.„Oder hat man immer noch Alles ſo unbeſtimmt und ungewiß gelaſſen, wie bisher?“

„Die Schweizer ſind ſchon parat. Wir warten jetzt nur noch aaf die Piemonteſen; wir brauchen nur ein Wort zu ſagen, und Genua iſt unſer; ein Gleiches gilt von Livorno und den Städten der Romagna. Iſt einmal das Zeichen gegeben, ſo gibt es in Italien eine Erhebung, wie ſie dort ſeit Jahrhunderten nicht geſehen worden. Eng⸗ land liefert Waffen, Munition—“

„Alles, nur keine Leute,“ ſeufzte Norwood;„und doch wäre gerade dieſer Artikel nöthig.“

„Und Frankreich—“

„Wird ſeine Symptahien geben,“ ſiel Jekyl ein. „Das liebe Frankreich, das immer und ewig Unruhen und Aufſtände willkommen heißt, wo dieſelben ſich auch zeigen mögen!“

Die Daltons. IV. 14