Teil eines Werkes 
Bändchen 1-3 (1850)
Entstehung
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Weiſe eingeſtehen, und welchen Kummer ihm auch das gezwungene Dableiben, das ſchlechte Wetter, oder die Einſamkeit verurſachen mochte, ſo erſchien doch keine Spur von Unzufriedenheit auf Geſichtszügen, in denen der Blick eines feinen Weltmannes und ein höchſt ſüßes Lächeln vorherrſchte. Wer er war, oder mit andern Worten, woher er kam, welcher Familie er angehöoͤrte, wie beſchaffen ſeine Vermögens⸗Umſtände, was ſeine Be⸗ ſchäftigung, ſeine Ausſichten waren, geſtehen wir ohne alle Scham, nicht zu wiſſen, indem wir ſehen, daß alle diejenigen, welche um jene Zeit ſich noch in Baden auf⸗ hielten, es eben ſo wenig wußten, trotzdem daß er mit denſelben auf ziemlich vertrautem Fuße lebte.

Der ihm zunächſt Stehende war ein Mann von gallfüchtigem Ausſehen, etwas über das mittlere Lebens⸗ alter hinaus, mit jenen harten und ernſten Geſichtszügen,

die einem vertrauten Umgange eher entgegenſtehen, als zu ſolchem auffordern. Er war ſtark und feſt gebaut,

und ſein Tritt ſowohl, wenn er auf und abging, als ſeine Miene, wenn er ſtehen blieb, zeigte einen Mann an, deſſen Charakter ſeine ganze Betonung von der militäri⸗ ſchen Schule erhalten hatte, durch die er gegangen war. Gewiſſe ſtarke Linien um den Mund herum und ein eigen⸗ thümliches Runzeln der Augenwinkel deuteten auf ein ſarkaſtiſches Weſen hin, das alle ſeine Inſtinkte, und es waren dieſelben ſchottiſch, nicht ganz und gar zu⸗ rückdrängen konnten. Seine Stimme war laut, durch⸗ dringend und ſchallend