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täuſcht; es war eine Bekanntmachung des Münchner Stadtrichters an die unbekannten, landesabweſenden Erben des verlebten Patriziers und Handelsherrn Ed⸗ len von Pilgram, binnen beſtimmter Friſt ihre An⸗ ſprüche nach Maßgabe des vom Genannten hinterlaſſe⸗ nen letzten Willens anzumelden und zu erweiſen, wi⸗ drigenfalls deſſen geſammter Rücklaß an die als Teſta⸗ mentserbin eingeſetzte Geſellſchaft Jeſu ausgeantwortet werden würde. Eine eigenthümlich bittere Empfindung wallte in Pilgram auf, ſeine Hand zuckte nach dem Proclam, aber er beſann ſich und eilte, ſeinen Weg fortzuſetzen.
Der Ausgang aus den Bogen in die Burggaſſe war durch den Wache haltenden Trabanten verſtellt, der mit ausgeſpreizten Beinen und vorgeſetzter Helle⸗ barde eben mit einem Andern in eifrigem Geſpräche begriffen war; es war der Trabant Stuhlreiter mit Wallner, dem ehemaligen Hausmeiſter von Pilgers⸗ heim, der aus der Au geflohen war und ſeinem guten Freunde eben die ausgeſtandenen Schrecken und Fähr⸗ lichkeiten erzählte.
Mit artiger Entſchuldigung verſuchte Pilgram
zwiſchen beiden durchzukommen, aber eben dieſe unge⸗
wohnte Artigkeit war es, was deren Aufmerkſamkeit
auf ihn lenkte; er hatte noch kaum einige Schritte in 13*


