4 tirte er eben wieder einem ärmlich, aber ſauber ge⸗ kleideten Bürger entgegen, der raſchen Schrittes heran⸗ kommend dem Bettler mit verwunderten und fragenden Blicken eine kleine Münze in den Hut warf und dabei den ſeinen abnahm, zu noch größerer Ueberraſchung des Bettlers, der jetzt erſt in ihm den verhaßten ſtummen Maurer Michel erkannte.
„Vergelt's Gott tauſendmal“, ſagte er heuchleriſch. „Ich werd' ſchon fleißig beten dafür. O du heilige Barmherzigkeit! Das hätt' ich mir auch nicht träumen laſſen, daß ich Ihn einmal um Almoſen anſprechen müßt', und jetzt iſt es doch ſo worden! Mein Weib hat ſich als Wäſcherin verdingen müſſen, damit doch die Kinder was zu eſſen haben, aber ich bin ein armer breſt⸗ hafter Mann, der nichts mehr arbeiten kann; ich bin zu nichts mehr gut als zum Betteln! Aber an meinem ganzen Unglück iſt Niemand ſchuld als der gottver⸗ dammte Ketzer, der mir ſelbigsmal ausgekommen iſt. Ich hab' gleich gefürchtet, wie der Pater Menradus ſo gar ſchmalzgut geweſen iſt, daß hinter der Freundlich⸗ keit nichts Gutes ſteckt, das Gewitter iſt richtig nach⸗ gekommen; wenn man den Hund ſchlagen will, ſo findet man leicht einen Prügel. So hat es einen kleinen winzigen Verdruß abgegeben und ich bin gleich fort⸗ gejagt worden. O wenn ich nur das erbeten könnt';


