Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

269

zu umſtehen und die Glücklichen zu beneiden, die in den Muſentempel eingedrungen waren, denn nach dem Gelächter zu urtheilen, das beinahe ununterbrochen das Bretergebäude erſchütterte, mußte das Stück ein wahrer Ausbund von Luſtigkeit ſein. Die Wenigſten wichen von der Stelle; luſtwandelnd gingen ſie hin und her oder blieben bei einander ſtehen in allerlei Geſpräch über die Vorgänge in der Stadt oder über das, was man von Krieg und Frieden zu erzählen wußte. Nebenan auf den Balken eines Neubaues ſprangen und ſpielten jauchzende Kinder, während hier und da auch ein aus⸗ gelaſſener Schuſterjunge, der noch ſpät ein Paar Schuhe auszutragen hatte, ſich den Spaß machte, durch einen grellen Pfiff oder durch die Warnung vor erdichteten Gefahren erſt Verwirrung und dann allgemeines Ge⸗ lächter unter die Anweſenden zu bringen.

Aufg'ſchaut! rief jetzt ein ſolcher, indem er in größter Eile einherrannte und ſich gewaltſam durch die Menge drängte.Aufg'ſchaut, ein Ochs iſt wild worden!

Diesmal aber ſollte ihm der Spaß nicht ganz gelingen, denn die derbe Hand eines Fleiſchſelchers hatte im Nu ſeinen Haarbüſchel gefaßt und hielt ihn feſt.

Wart, Schuſterkneif! rief er,ich will Dir leh⸗ ren die Leut' foppen und erſchrecken!