Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Pfeilern und Wänden warfen mächtige Spiegel mit eingeſchliffenen Zierrathen und geſchnitzten Goldrahmen das Zwielicht verſtärkt zurück, daß es eben hinreichte, die dazwiſchen angebrachten, in die Mauer eingelaſſe⸗ nen Gemälde, Landſchaften, Jagdſtücke und Bildniſſe, erkennen zu laſſen.

Sehen Sie hier, ſagte der Doctor,dieſes ernſte, faſt gramvolle Angeſicht iſt das Conterfei des alten Franciscus von Pilgram; man nöchte faſt glauben, es ſei in einer Vorahnung des Kom⸗ menden gemalt. Und hier, fuhr er, nach einem andern Gemälde deutend, fort,hier iſt das Bruſt⸗ bild des verlorenen Sohnes aus ſeinen Jüng⸗ lingsjahren. Es iſt unverkennbar, die beiden Köpfe haben ſtarke Familienähnlichkeit, und doch ſind ſie grundverſchieden; man glaubt, man könne jedem ſeine Geſchichte aus den Zügen ableſen. Der Fremde hatte ſchweigend das Portrait des Alten betrachtet und dann ſich dem andern zugewendet; ein unwillkürlicher Ruf der Ueberraſchung, den er dabei ausſtieß, unterbrach den Doctor in ſeiner Vergleichung der beiden Köpfe; als er ſich umwandte, gewahrte er den Jüngling vor dem Bilde knieend, die Arme gegen daſſelbe ausgebreitet und das Angeſicht von ſtrömenden Thränen überfloſſen.

Himmel! was iſt Ihnen, was haben Sie? rief