Erſtes Kapitel.
Ein altes Haus.
Wenige Tage ſpäter ſchritt der junge Fremd durch die Stadt und betrachtete forſchenden Blickes die Häuſer der engen Roſengaſſe, die kaum am hohen Mittag der Sonne einen kargen Einblick geſtatteten und durch ihre Höhe und Abgeſchloſſenheit, ſowie durch bemalte Wände und andern Schmuck verriethen, daß ſie zum größten Theil reichern Bürgern oder den Patrizierge⸗ ſchlechtern gehörten, die ſich nach Art der Reichsſtädter wie in ſtädtiſchen Burgen darin abzuſchließen liebten. In einem der anſehnlichſten Häuſer der rechten Seite
„glaubte er den Gegenſtand ſeines Forſchens gefunden zu haben; dennoch zögerte er, die Glocke neben dem mächtigen, ſorgfältig verſchloſſenen Hausthor zu zie⸗
hen, ebenſo wenig ſchien es ihn zu gelüſten, die vor⸗ Schmid, Concordia. II. 1


