„Die Wallfahrt kommt“, ſagte Grünwald;„ſie muß den Umweg um die Stadtmauern machen. Die Roſenkranz⸗Bruderſchaft iſt von den Paulanern in der Au gegründet worden. Bisher haben die Jeſuiten es als ihr Privilegium betrachtet, das Volk durch Komö⸗ dien und frommes Schaugepränge zu locken, nun fürch⸗ ten ſie, daß die Paulaner ihnen Eintrag thun, und ſind ihnen hinderlich, wo es angeht. So haben ſie es durchgeſetzt, daß der Zug nicht durch die Stadt gehen darf.“
„Sie kommen“, rief jetzt eine ſtämmige Weibs⸗ perſon mit einem Kinde auf dem Arm und einer alten gebrechlichen Frau an der Hand, die ſich vergebens be⸗ mühte, mit den jungen Beinen gleichen Schritt zu hal⸗ ten.„Nimm die Füß' auf den Buckel, Mutter, und mach', daß Du nachkommſt“, rief das Mädchen.„Wir müſſen uns tummeln, daß wir über die Brücke hinüber⸗ kommen, ehe der Zug da iſt, ſonſt können wir nicht mehr durch.“
„Das verſteht ſich“, rief der Begleiter der beiden, ein Burſche mit verwegenem Angeſichte und in abge⸗ riſſenen Kleidern, offenbar der Auserwählte des Mäd⸗ chens.„Wenn wir uns nicht eilen, bekommen wir auch keinen Platz mehr in dem neuen Bräuhaus bei den Paulanern, und das wäre ſchade, denn die ſollen


