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Nachdem der erſte Hunger der Gaͤſte geſtillt war, ſprach der Herzog:„Sowohl die Fehde zwiſchen Edelbert und Ku⸗ nerich, als auch ihre Ausſoͤhnung und was Frau Hildegard und vorzuͤglich Fraͤulein Roſa dazu beigetragen, iſt uns zwar ſchon in dem kaiſerlichen Lager zu Ohren gekommen: allein die Geſchichte iſt mir ſo wichtig, daß ich auch die naͤheren Umſtande zu wiſſen wuͤnſchte.“ Er fragte nun bald nach dieſem bald nach jenem Umſtanke. Edelbert und Roſa, Ku⸗ nerich und Hildegard mußten abwechſelnd erzaͤhlen. Der Herzog hoͤrte ſehr aufmerkſam zu, und bezeugte dem treffli⸗ chen Edelbert oͤfters ſein Bedauern und der edlen Roſa fei⸗ nen Beifall. Auch der Frau von Fichtenburg ertheilte er verdieme Lobſpruͤche, und fand an Kunerichs gegenwaͤrtigem Betragen noch ein beſonderes Vergnuͤgen. Edelbert und Noſa wollten, um Kunerich zu ſchonen, in ihrer Erzaͤhlung Manches verſchweigen oder doch ſchnell daruͤber wegeillen. Allein Kunerich erzaͤhlte es dann ſelbſt mit freimuͤthiger Auf⸗ richtigkeit.„Ich habe grob gefehlt, ſagte er, ich weiß es⸗ Allein der Fehler iſt nun einmal geſchehen, und verheimlichen macht ihn nicht ungeſchehen. Nuͤhmlicher iſt es, den Fehler friſch weg hekennen, und ihn, ſo gut man kann, wieder verguͤten. Das glaube ich redlich gethan zu haben— und ich rathe jedem, der gefehlt hat, es auch zu thun. Er wird dabei nicht uͤbel fahren— und auf einem andern Wege kommt Ruhe und Zufriedenheit niemals in ſein Herz.“
Am Ende der Erzaͤhlung blickte der Herzog vergnuͤgt im Kreiſe umher und ſprach: Dem werthen Fraͤulein haben wir es zu danken, daß wir bei dieſer Freudenmahlzeit friedlich beiſammen ſitzen. Ohne ihre Dazwiſchenkunft wuͤrden wir uns jetzt einander im blutigen Kampfe feindlich gegenäͤber ſtehn. Denn es verſteht ſich von ſelbſt, daß wir den Rilter Edelbert nicht im Kerker haͤtten ſitzen laſſen. Es war im kaiſerlichen Lager ſchon beſchloſſen, ſobald der Friede mit den auswaͤrtigen Feinden zu Stande gebracht waͤre, ſollte ich mit großer Macht vor Kunerichs Burg ruͤcken, um ſie zu erobern. Kunerich haͤtte uns den Kampf gewiß ſehr heiß gemacht, und vieles Menſchenblut waͤre an den Mauern
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