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Rosa von Tannenburg : eine Geschichte des Alterthums für Aeltern und Kindern /erzählt von dem Verfasser der Genovesa
Entstehung
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annehmen, und ſich vor dem Verderben der Welt, das alle wahre Liebe zerſtoͤrt, unbefleckt bewahren. Dieß iſt ein reiner, Dir gefaͤlliger Gottesdienſt! So nur wuͤrden alle Familien auf Erden Eine Gottes⸗Familie ausmachen, auf die Du, Va⸗ ter der Menſchen, mit Wohlgefallen herab blickeſt. Daß der Gottesdienſt, zu dem jetzt dieſe Kapelle eingeweiht, und der jetzt und in kuͤnftigen Zeiten hier entrichtet wird, dazu beitrage das iſt Dein Wille; dazu verhilf uns Du, durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn. Amen.

Nachdem die Kapelle eingeweiht und der erſte Gottesdienſt darin gehalten war, ging man in dem großen Saale zur Tafel⸗ Kaum hatte man ſich geſetzt ſo erſchallten Trompeten in dem Schloßhofe. Kunerich und die uͤbrigen Ritter horchten hoch auf, ſprangen an die Fenſter, und ſahen eine Schaar be⸗ waffneter Reiſige in dem Schloßhofe. Mehrere Diener ſtuͤrzten zur Saalthuͤre herein und riefen:Der Herzog! Die Ritter wollten ihm entgegen eilen allein ſchon trat er, von meyreren Rittern begleitet, in den Saal, Er war ein anſehnlicher Mann⸗ von hoher, edler Geſtalt. Seine Locken waren bereits grau, allein ſeine Augen noch voll Feuer. Er begruͤßte Edelbert zu⸗ erſt, bot ihm die Rechte und ſprach:Mein lieber Edelbert, ich wollte Euch die erſte Nachricht von dem ruhmtoll er⸗ kaͤmpften Frieden, und meinen und des Kaiſers Dank fuͤr die dabei geleiſtete Huͤlfe ſelbſt uͤberbringen, und eure tapfern Leute, die den Frieden erkaͤmpfen halfen, Euch perſoͤnlich wieder zu⸗ fuͤhren. Geſtern Abend ſpaͤt kam ich auf Tannenburg an, wo ich hoͤrte, daß Ihr in Fichtenburg waͤret. Ich ritt alſo mit meinen Kriegsgefaͤhrten ſogleich nach Anbruch des Tages hieher uͤberzeugt, daß wir nun auch in Ritter Kunerich ei⸗ nen aufrichtigen und getreuen Freund finden wuͤrden.

Nicht wahr, ſprach er zu Kunerich gewandt und ihm die Hand bietend, eines ſolchen Ueberfalls waret Ihr nicht gewaͤr⸗ tig? Ich verſichere Euch hiemit, auf ausdruͤcklichen Befehl des Kaiſers, deſſen hoͤchſter Zufriedenheit uͤber Eure Ausſoͤh⸗ nung mit dem vortrefflichen Edelbert- und bezeuge Euch auch mein Wohlgefallen, zwei ſo tapfere Ritter im Frieden und Ein⸗ tracht hier beiſammen zu finden. Kunerich war vor Freude