33 kraͤftig die Hand, und bat dann erſchrocken und ſehr hoͤflich um Vergebung, daß er ihr zartes weiſſes Haͤndchen ſo ſchwarz und rußig gemacht habe. Doch fieng er ſogleich an, ihr ſein Erſtaunen zu bezeugen, ſie hier zu ſehen.„Gott im Himmel! ſagte er, Ihr ſeyd es, Fraͤulein, Ihr! Wie um des Himmels willen kommt ihr hieher, ſo allein, ſo ſpaͤt am Abende? Gewiß habt Ihr Euch verirrt. Nun, nun, Ihr kommt eben recht. Ich halte heute Abend offene Dafel vor allen Tannen und Fichten, Eichen und Buchen umher, und die Mahlzeit iſt eben aufgetragen. Kommt und ſetzt Euch zu mir auf mein neues hoͤlzernes Kanapee, und ruht aus und labt Euch ein wenig; denn Ihr muͤßt heute noch nach Hauſe. Dafuͤr hilft nichts. Euer Vater koͤnnte ſonſt, ſo wahr ich Burkhard heiße, vor Kummer die ganze Nacht kein Auge zuthun!“ 4
„Ach mein Vater! fieng Roſa an, und konnte vor Schluch⸗ zen kgum mehr ein Wort hervorbringen, wißt Ihr denn die ſchreckliche Geſchichte noch nicht?2
„Euer Vater, der geſtrenge Ritter! riof der Kohlnbren⸗ ner erſchrocken. Wenn ſein Geſicht von Kohlenſtaud und Ruß nicht ſo ſchwarz geweſen waͤre, ſo waͤre es todtenbleich geworden. „O liebſtes Fraͤulein Roͤschen, fuhr er fort, redet zoch um Got⸗ teswillen redet, was es giebt! Was iſt ihm geſchehen?“⸗
„Ach Gott! ſprach Roſa, Kunerich von Fichtenburg hat ihn die vergangene Nacht gefangen und in Ketten und Ban den förtgeſchleppt auf ſeine Burg.“
„Der!“ rief der Kohlenbrenner und griff nach feinem Schuͤrhacken, den ſoll—„Doch, ſprach er und ließ den Ha⸗ gen fallen, ich will nicht fluchen! Wenn ihn aber der in ſei⸗ ner Gewalt hat, dann iſts nicht gut. Allein erzaͤhlt doch, wie das zugieng! Ich begreife noch gar nicht, wie das moͤglich iſt. Ich verließ Euren Vater jg erſt geſtern Abend und alles war in Nuh und Frieden. Wie konnte Kunerich eine ſolche uüner⸗ ſteigliche Burg in einer Nacht erohern 2
Roſa ſetzte ſich neben den Mann zauf den Baumtauna. eind ſieng an zu errzaͤhlen. Der ehrliche Burkhard mertte t Fald, daß ſie vor Hunger und Ermuͤdung nicht meht
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