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Der Chevalier fand die Verhältniſſe bei ſeinem Eintreffen in Paris ebenfalls nicht guͤnſtig ge⸗ ſtaltet. Herr von Lafayette, an dem er mit großer Liebe hing, hatte eben ſeine Stelle als Generalkommandant der Buͤrgergarde, die eine neue Einrichtung erhielt, niedergelegt. Aber der Chevalier ſah, daß man bei dem ſich im⸗ mer dichter zuſammenziehenden Netze, mit dem die fremden Maͤchte Frankreich zu umſpannen ge⸗ dachten, bald wieder der Talente und des morali⸗ ſchen Einfluſſes ſeines patriotiſchen Generals be⸗ duͤrfen werde, und ſo entſchloß er ſich, da ihm das Treiben in Paris nicht zuſagte, die Einla⸗ dung des Herrn von Lafayette anzunehmen und ihm mit dem Marquis de Bievre auf ſeine Guͤter in der Auvergne zu folgen. Am 9. Ok⸗ tober reiſten ſie ab. So ſchnell aber veraͤnderte ſich in jener vielbewegten Zeit das bunte, wilde Kolorit ihrer mannigfachen, ſcharfgezeichneten Phaſen, daß die, obgleich fruͤhe Ruͤckkehr unſerer Freunde in das oͤffentliche Leben doch ſchon in das Gemaͤlde einer andern Epoche fällt.


