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Die hohe, ſchöne Frau ſaß weiß angekleidet auf einem
Sopha, und hatte die Stirn nachdenklich auf die Hand gelehnt. Gregor ſtand ſtill und ſah ihr zu. Was trennte ſie? Sein Weſenz und nicht einmal dies, nur der Schein deſſelben. Er durfte hinab⸗ gehn, und die Hand ausſtrecken, nicht das kleinſte Wort war nöthig, ſie wäre ihm weinend um den Hals gefallen.
Aber was wir Haltung nennen, Stolz, Trotz, und was die eigentlich fremde dämoniſche Natur in uns iſt, das iſt der Hauptfeind des Zuſammenlebens. Verſchiedenes Herkommen hat auch bis zum Tode eine doppelt ſchwere Ehe, es trägt einen Mutterleib von Mißtrauen bis zum Tode mit ſich.
Dennoch war Gregor einen Augenblick zweifel⸗ haft, ob er nicht hinabgehn ſollte— da erſchien Herr von Richard bei ſeiner Frau; ſie lächelte, ſie lachte, er warf ſich vor ihre Kniee hin, ſie reichte ihm die Hand zum Kuſſe— Gregor ertrug das nicht, und daß er es nicht ertrüge, kam ihm kindiſch
vor, er rief ſeinen Diener und ließ ſeine Sachen packen.


