Teil eines Werkes 
1. Band (1837)
Entstehung
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Der Berliner iſt grob, zankſüchtig, ohne Sen⸗ timentalität, eitel, exkluſiv. Das letzte Wort liebt er ſehr, ohne zu wiſſen, was es bedeutet;dies find' ich ſehr exkluſiv iſt ein gewöhnlicher Aus⸗ druck, wenn er ſich in die Bruſt wirft. Die ganze nordiſche Volksgemeinſchaft hat nicht Fülle und Unterſtützung gehabt von Außen, um alle Innerlich⸗ keit eines Menſchen zur weichen, wohlthätigen Ge⸗ ſtalt auszubilden, ihr Verhältniß zur Erde iſt von Hauſe aus ein Kampf; ſo iſt alle Exiſtenz eine geharniſchte, der Geiſt ein Deſpot geworden, das Herz macht ſich nur im Gedichte geltend, oder als eine Erwähnung, nicht als eine Thatſache, oder bei den Zurückſtehenden als ein Extrem, nämlich als Sentimentalität. Auch die Sentimentalität in unſrer Literatur war aus dem Norden; diejenigen Volks⸗ ſtämme, wo das Leben ein natürlicher, von Blut und allerlei Nahrung durchſtrömter Körper iſt, ge⸗ rathen nicht auf ſolche Krankhaftigkeit. Eben ſo wie ſie am andern Pole niemals zu ſo großer Kraft⸗ anſtrengung des Willens, des Geiſtes, der That