Druckschrift 
Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 154—

Freylich, wenn du gar nicht willſt, wenn dir deines Vaters Freude ſo wenig gilt⸗

Ach, Vater!—— hier iſt dieſe kalte, zit⸗

ternde Hand, die nur eine Minute lang glücklich war, da ſie auf dem treueſten Herzen ruhte. Der Vater nahm die Hand, und verließ ſchnell das Zim⸗ mer; denn laͤnger konnte ſich das Vaterherz nicht halten.— Da kam aber der Baron Lawis und ſein Sohn⸗ Der General hohlte ſie aus ihrem Wirthshauſe ab. Joſeph erklärte noch einmahl, daß er in ſein Thal zurück wollte.

Nun denn Eigenſinn, rief der General: ſo geh. Aber erſt ſollſt du ſie ſehen.

Sie gingen. Sie traten zu Marien ins Zim⸗ mer, die ſchwarz gekleidet, mit einem Schleyer aber dem Haupt traurend da ſtand.

Hier iſt er! rief der Graf, aber er will dich nicht, meine Tochter. Er will in ſein Thal zurück. Auch meine Tochter will dich nicht Lawis, ſie will durchaus als Nonne ins Marienkloſter bey Mün⸗ ſter. Nun, ihr habt Euren Willen. Ihr könnt Euch Lebewohl ſagen! 3

Voll Freude über die Güte ihres Vaters, ſchlug

Marie den Schleyer über das Geſicht zurück, und ſie erkannten ſich Beyde in eben demſelben Augen⸗ blicke. Sie ſanken mit dem Freudengeſchrey: Ma⸗ rie! Joſeph! eines an des andern Herz, und— nein, hier falle der Schleyer uͤber die unſterbliche