Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 1. Band (1872)
Entstehung
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traf ſeine kühnſten Hoffnungen. Er kniete vor Leopolda nieder und führte ihre Hand an die Lippen.

Ich wagte nicht zu hoffen, daß Eure Liebe ſtark genug ſei, mir mein Verbrechen zu vergeben.

Leopolda überließ ihm ihre Hand.

Euer Verbrechen?

An Anna.

An Anna? Tragt Ihr die Schuld, daß das thö⸗ richte Kind an ihrer wahnſinnigen Liebe zu Euch zu Grunde ging? Was könnt Ihr dafür? Ihr habt dieſe Liebe nicht begünſtigt, gewiß nicht, Etienne, ich weiß es.

Stanowsky erhob freudig überraſcht das Haupt.

In der That, ich bin ſchuldlos, aber ich ver⸗ zweifelte daran, Euch zu überzeugen. Eure unglückliche Schweſter hat ſo ſeltſame Reden geführt.

Leopolda nickte.

Sie hat Euch ſogar ihren Gatten genannt, das arme Kind. Und für dieſe Ausſchreitung einer kranken Phantaſie werde ich Euch verantwortlich machen, glaubt

Ihr? Ihr habt noch weniger Vertrauen zu meiner Ver⸗

nunft als zu meiner Liebe, Etienne!

Stanowsky blieb ſtumm. Er ſuchte ſich die ganze ſchreckliche Scene ſeiner Verhaftung zu vergegenwärtigen. Die mit ſanftem Vorwurf auf ihn gerichteten Augen