Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 2. Band (1872)
Entstehung
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196 lange genug Vorleſungen bei Paul Mervin, und auch Sie, denke ich, werden die Luftpartie einer Verurthei⸗ lung wegen Mordes vorziehen. Der Prieſter zuckte zuſammen und erbleichte. Ja, wegen Mordes des Erzbiſchofs von Paris! verſetzte der Mann von London mit eiſigem Tone. Mir lag wenig daran, ob die Geißeln erſchoſſen wür⸗ den oder nicht, für mich hat die Thatſache nur inſofern Werth, als dergleichen Blutſcenen ſich dem Gedächtniß der Menſchen tiefer einprägen als die Lehren, aus denen ſie hervorgegangen ſind. Ohne die Guillotine, die ſie accompagnirte, wären die Ideen von 1789 ſchon halb vergeſſen. Das iſt meine Anſchauung. Ihr aber zeigtet einen ganz perſönlichen hölliſchen Haß, der mir ſympathiſch iſt, wie ich Alles achte, was ſtark genug iſt, um das Andere zu vernichten. Es gefiel mir, ſage ich, wie Ihr im Hofe von Mazas dem ſalbungsvollen Schwätzer in der violetten Soutane ins Geſicht ſchlugt und wie Ihr, als der Prie⸗ ſter nicht ſterben konnte, ihm mit eigener Hand das Meſſer in die Kehle ſtießet, um ihn zu vernichten für immer. Die Blicke auf den Boden gerichtet, das Geſicht bleich und verzerrt, wie ein Verdammter, lauſchte Abbé Guérin ſeinem ſeltſamen Lobe.