Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 2. Band (1872)
Entstehung
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ſtehen, murmelte etwas vor ſich hin von ſchrecklicher

Aehnlichkeit, ſah nochmals hin und ſtürzte dann mit einem dumpfen, heiſern Aufſchrei auf die Leiche und hob ſie mit Rieſenkraft in den Armen empor.

Schon war Beauregard an der Seite des Generals. Auch Herbiot, der gewohnheitsmäßig vom Pferde ge⸗ rollt ſtatt geſtiegen war, hinkte herbei.

Sie lebt noch! ſchrie Mondélion den Doctor an, noch immer die Leiche aufrecht in den Armen hal⸗ tend und ihre Hände und ihr Geſicht betaſtend.Sie lebt noch, ſie iſt noch warm, ſie kann nicht todt ſein.

Fügen Sie ſich ins Unvermeidliche, Excellenz! ſagte der Arzt, einen der Arme der Todten ergreifend und wieder fallen laſſend.Sie iſt ſchon mehrere Stun⸗ den todt, die Glieder ſind ſchon ſteif.

Sie lügen! ſchrie Mondélion im wildeſten Zorn. Sehen Sie dies Geſicht, dieſe Lippen! Das iſt nicht die Starrheit des Todes, das iſt das Leben, das volle trotzige Leben. Sie ſind ein Stümper, Doctor, wenn Sie einen Starrkrampf nicht vom Tode zu unterſcheiden wiſſen.

Profeſſor Herbiot zuckte die Achſeln.

Ich will der Dame eine Ader öffnen, wenn Sie es wünſchen, aber für meine Ueberzeugung habe ich das nicht nöthig.