Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 2. Band (1872)
Entstehung
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Schwierigkeiten verurſacht hatte, eine verehrungsvolle Scheu empfand, im Augenblick zu faſſen vermochte.

Kopfſchüttelnd ſchloß er ſein Thor und trug dann das Billet zu ſeiner Herrin.

Louiſon ſaß an ihrem Platz am Fenſter, in dem⸗ ſelben Zimmer, wo ſie René das erſte Mal in ſeinem Hauſe willkommen geheißen, wo ihr der Brautkranz ins Haar gedrückt worden war. Es war auch daſſelbe Gemach, wo René von ihr Abſchied genommen, daſ⸗ ſelbe, in welchem er ſie wiedergefunden hatte. In dieſem Zimmer hatte Louiſon ihre Schwiegermutter gepflegt bis zu ihrem Tode, in dieſem Zimmer war jene ge⸗ ſtorben. Mehr noch, es war derſelbe Ort, an dem ihr Mondeélion jene furchtbare Nachricht gebracht, daß er das Blutgericht aufgeboten habe gegen Jean. Damals war es ihr einen Augenblick, als ob ſie René oder ſich ſelber tödten müſſe, und ſie war nach dem finſterſten Winkel des Hauſes geflohen. Als ſie René dann wie⸗ derſah, erſchien er ihr plötzlich wie ein Fremder, der nur deshalb Intereſſe für ſie habe, weil er ihren Bru⸗ der tödten wolle. Es erſchien ihr als etwas ganz Wunderbares, wenn ſie daran dachte, daß es bisher anders geweſen ſei zwiſchen ihnen. Als ihr René die Befreiung Jean Jaccard's mittheilte, durchzuckte es ſie anfangs mit wildeſter Freude, aber als ſie in René's

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