Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Dieſe National⸗Trauer war für den Urheber der Verbrechen eine Be⸗ leidigung. Er ſchwur, wüthete, erließ Verordnungen über Verordnungen, es half ihm nichts. 3

Er ließ eine Anzahl Damen aufgreifen, warf ſie in das Gefängniß, nahm ihnen ihr Eigenthum, ließ mehreren den Körper von der Knute zer⸗ fleiſchen es half nichts. Man ſah in den Straßen von Wilna nur ſchwarze Kleider und ſchwarze Schleier.

Als er gar nicht wußte, was er machen ſollte, faßte er eine teufliſche Idee. Da ſie nicht darauf gehört hatten, daß er die Trauerkleidung verbot, wollte er ſie entehren.

Am andern Tage erzählte man ſich in den Straßen von Wilna mit Entrüſtung: Es iſt Befehl gegeben worden, daß alle öffentlichen Dirnen Trauerkleidung tragen müſſen, damit man ſie von ehrenhaften Frauen nicht unterſcheiden kann..

Dies war furchtbar dennoch behielten die Damen ihre ſchwarze Kleidung bei, er ließ jetzt Alle, die in derſelben angetroffen wurden, feſt⸗ halten. Eine zweite noch teufliſchere Idee war ihm eingefallen.

Nachdem er die Nacht mit der Lectüre aller möglichen Schriften zuge⸗ bracht, ließ er, ſobald der Tag grauete, die ſiebzehn Frauen vor ſich führen. Sie waren Alle ſchwarz gekleidet und gehörten theils dem Adel, theils dem bürgerlichen Stande an.

Warum, ſagte der General rauh,gehen Sie Abends ohne Erlaub niß aus?

Die Damen ſahen ſich erſtaunt an.

Und warum üben Sie Ihr Gewerbe aus, ohne dazu autorifirt zu ſein?

Sie erklärten, daß ſie ihn nicht verſtänden.

Nun denn, ſagte Mouravieff,ſo wollen wir offen ſprechen, Sie wiſſen doch, warum Sie verhaftet ſind?

Keineswegs, ſagte die Eine,ich ging mit jener Dame ſpazieren und wir waren ſchon dicht bei unſerer Wohnung, als uns ein Poliziſt be⸗ fahl, ihm zu folgen.

Alle dieſe Damen erzählten ihre Verhaftung in ähnlicher Weiſe.

Nun ja! verſetzte Mouravieff,Sie ſind verhaftet worden, weil Sie bei der Ausübung Ihres ſchandbaren Gewerbes betroffen ſind!

Erklären Sie ſich deutlicher!

Sie ſind Alle Mädchen, die ihre Laſter unter erborgtem Namen zu verbergen ſuchen. Iſt die Kleidung, welche Sie tragen, nicht der beſte Be⸗ weis für meine Anſicht? Ich möchte wohl das ehrbare Mädchen ſehen, die ſich zu ihrem Vergnügen wie eine Hure kleidet.

Dieſe Gemeinheit war zu übergroß, ſie ſchwiegen und warteten.

Die Knute für alle dieſe Frauenzimmer! rief er;und daß mir keine