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dem der Vater Nationalrath iſt, kommen ſo viele Leute...“
„Und alle läßt der Vater vor?“
„O gewiß!“ meinte das Kind mit wichtiger Miene. „Mein Mütterli freilich iſt nicht zufrieden damit, daß wir den Vater nie für uns haben, aber er ſagt, das ſei eben nicht anders bei einem Volksmann...“
Der Profeſſor hielt es für unzart, das plaudernde Kind, das plötzlich erröthend inne hielt, noch weiter zu befragen. Deſſen Antworten jedoch hatten ſich wie ein leiſer Froſt auf ſeine durch den herrlichen Abend „warm angehauchte Seele gelegt. War es denn zu Hauſe anders— brachte da die Popularität oder das Streben darnach keine Bürde? Hatte er nicht ſelbſt in früherer Zeit oft nur widerwillig den Händedruck der Gemeinheit aushalten und freundlich dazu lächeln, der hohlköpfigen, breitſpurigen Frechheit ſeine Thüre öff⸗ nen müſſen? Ja, das war aber zu Hauſe, in der Heimat geweſen, wo ſo vieles anderes ſein ſollte, aber nicht hier in der Schweiz, im„Lande der Frei⸗ heit.“
Sie durchſchritten den hübſch gepflegten Garten und ſtiegen die Treppe zu der Wohnung des National⸗ raths empor.
„Warten Sie ein klein wenig!“ ſagte die neun⸗


