177 Stanowsky erhob ſich lächelnd. „Ihr ſeht, wir haben Unglück mit der Poeſie heute, Mr. Werner. Das Geſindel um uns herum ſcheint einmal ein Vorurtheil gegen Verſe zu haben und auch ich bin der Anſicht, daß die vernünftigſten Dinge bis jetzt doch immer in Proſa geſagt worden ſind. Ihr erwähntet geſtern, daß Ihr Euch in Amerika während des Kriegs ein hübſches Geld damit verdient habt, daß Ihr von einem Regimente zum andern deſer⸗ tirtet und überall Handgeld nahmt. Das war ſehr praktiſch von Euch, Mr. Werner, und noch praktiſcher, daß Ihr dabei nicht erwiſcht und gehenkt wurdet. Dies Amerika muß doch noch ein ſehr intereſſantes Land ſein, ſehr intereſſant. Ihr erzähltet mir auch, wie Ihr es trotzdem infolge Eures ausgeſprochenen finanziellen Talents zum Zahlmeiſter Eurer Compagnie gebracht habt. Das war wieder ſehr klug von Euch, noch klüger aber, daß Ihr in der Nacht vor der Schlacht mit der Kaſſe Eures Regimentes das Weite ſuchtet.“ Stanowsky und Mr. Werner ſprachen deutſch. Letzterer verharrte noch immer in Vorleſerpoſition und ſchien nur zögernd auf die proſaiſche Wendung des Geſprächs einzugehen. Er ſtieß einen tiefen Seufzer aus, verdrehte die rothberänderten Augen und näſelte:
„Der Ewige iſt mein Zeuge, daß ich es nur that, v. Schlägel, Nach uns die Sündflut. III 12


