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beſetzten Hauskleid, bewegungslos, ein Bild graziöſer Erſchlaffung, ruhte Fürſtin Anna auf einer Chaiſe⸗ longue ihm zur Seite. Die langen ſchwarzen Wim⸗ pern ihrer halbgeſchloſſenen Augen warfen einen tiefen Schatten auf ihr marmornes Geſicht, und manchmal, wenn ſie lächelte, blitzten ihre weißen Zähne.
Leopolda ſaß ihr gegenüber und blätterte in ei⸗ nem Buch, über das hinweg ſie dann und wann for⸗ ſchende Blicke auf Vater und Schweſter warf. Die Ruhe der Schweſter ſchien ſie zu beunruhigen, des Vaters Schweigen bedrückte ſie.
Sie ſtand auf. Ihre Bewegungen, mit denen ſie ſich dem Lager der Schweſter näherte, hatten etwas von der majeſtätiſchen Grazie einer Löwin.
„Schläfſt Du, Anna?“
„Nein, Schweſter, ich träume.“
Leopolda fragte nicht weiter. Von wem konnte Anna träumen als von Iſtvan! Das arme Kind! Und doch miſchte ſich etwas wie Zorn und Eiferſucht in Leopolda'’s Bedauern.
Die Thür öffnete ſich. Leopolda wandte ſich raſch um. Die walachiſche Kammerfrau ſchritt leiſe durchs Zimmer, um einige raſch ſabceiwurfene Klei⸗ dungsſtücke Leopolda's zu ſuchen.
Leopolda rief ihr ein paar heftige Worte zu. Die


