194
Der Lord wurde purpurroth. Er geſticulirte hef⸗ tig mit den Händen und rief dann:
„Mein Herr! Ich habe gegeben mein Wort, mich nicht mit Ihnen zu ſchlagen, weil ich habe bekommen für die Miß Pinkerton vollſtändige Satisfaction. Mademoiſelle, welche hat beleidigt die Miß, hat auf den Knieen Abbitte geleiſtet und geweint und geſagt, daß ſie ſelber ſich eher das Leben nehmen werde, als dulden, daß man ſich ihretwegen ſchlage. O das war ſehr rührend! Man muß haben ein Herz von Stein, um zu widerſtehen ſolchen Bitten, einer ſolchen Ver⸗ zweiflung. Ich habe gegeben mein Wort der ſchönen Dame und ich werde mir eher geben laſſen einen Schlag in das Geſicht, als mein Wort brechen, darum ſprechen Sie immerhin von Feigheit und von was Sie wollen, denn Sie können es thun ungeſtraft.“
Mylord hatte das Alles mit größtem Eifer hervor⸗ gebracht. Nach den erſten Worten ſchon hatte Mon⸗ délion aufmerkſam zugehört, ſeine Augen wurden imme größer und ſeine Lippen bebten.
Dann wendete er ſich an Entretout nnd fragte leiſe und nicht ohne Verlegenheit:
„Was würden Sie an meiner Stelle thun?“
Der Graf zuckte lächelnd die Achſeln und ſagte
mit freundlicher Ironie:


