. 8“ ————————
15
mit tauſend Lichtern, Freunde drückten ſich mit dem neuen Gruße die Hand und die Dirnen flüſterten mit verlockenden Augen:„A Berlin!“
René Mondélion war Franzoſe, ſeine Wangen erglühten, ſeine Augen öffneten ſich weit und voll Feuer, ſtolz wölbte ſich ſeine Bruſt und ſeine feinge⸗ ſchnittenen Naſenflügel zitterten.
Er war jetzt nicht Denker, nicht Orleaniſt, er er⸗ innerte ſich kaum mehr, daß er noch keine höhere Au⸗ torität gekannt hatte als die Lehren des greiſen Ge⸗ ſchichtſchreibers der Revolution, voll und ganz über⸗ ließ er ſich der gewaltigen Strömung, die ihn um⸗ brauſte, und als im Tuileriengarten die kaiſerliche Muſik die Marſeillaiſe ſpielte und das Volk jauchzend dazu ſang, hob auch er den Hut in die Höhe und rief Arm in Arm mit dem Blouſenmann, der neben ihm ſtand: „A Berlin!“.
Noch an demſelben Tage hatte Baron Mondélion ſeine Militärpapiere auf dem Kriegsminiſterium nieder⸗ gelegt, ſeine Perſon zur Verfügung geſtellt und ſeiner Mutter dies telegraphiſch mitgetheilt. Die Depeſche ſchloß mit den ſiegesgewiſſen Worten:„A Berlin!“
Wohl durchzuckte Mondélion's Denken ein paar⸗ mal mit einer Art Schmerz die Frage: Warum? Weil ein großes Volk beleidigt worden iſt und


