Elftes Kapitel.
Das Geheimniß der Reſ'l.
Angelo von Tondern ritt ſelten, obſchon er zwei prächtige norddeutſche Reitpferde bei ſich hatte und trotz der breiten ſchattigen Wege des Parks von Fels, auf denen man wie auf Raſen ſtundenlang dahingalop⸗ piren konnte, ohne einen Hufſchlag zu vernehmen, was doch jeden Cavalier, der dieſen Namen verdiente, mit Entzücken hätte erfüllen müſſen.
Der Baron hatte den Zerſtreuungen der Haupt⸗ ſtadt ſchon zu ſehr ſeinen Tribut gezollt; der langſamere Schlag ſeines Herzens reizte den früherſchlafften Kör⸗ per nicht mehr zu den ritterlichen Uebungen der Jugend, wenn auch ſeine Bewegungen einer gewiſſen nachläſſigen Grazie nicht entbehrten, ſein Haar glänzend wie ge⸗ ſchliffene Kohle an den eingeſunkenen Schläfen lag und


