Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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Helmberg zu ſenden, damit ich auch den Angeklagten hören kann, wie für recht und billig gilt! Von meiner Entſcheidung werde ich Sie brieflich verſtändigen.“

Mit bangen Ahnungen ging der Stallmeiſter.

Der Graf ſchritt langſam und in tiefem Sinnen im Zimmer auf und ab.

„Es thäte mir leid, wenn auch er unwürdig ſein ſollte, der friſche, kecke Knabe, in dem ich meine eigene Jugend wieder leben wollte! Es thäte mir leid!“

Nach kurzer Friſt pochte es, und Johann Helm⸗ berg trat ins Zimmer. Sein Geſicht war bleich und trotzig, und ſeine Augen ſenkten ſich nicht vor dem prüfenden Blick ſeines Bruders.

Das entſchloſſene Kindergeſicht entwaffnete den Grafen wie das erſte Mal, da er es geſehen. Un⸗ willkürlich ſtreckte er dem jungen Manne die Hand entgegen, führte ihn zum Sopha und ſagte:

„Seien Sie mir willkommen, Hans, auch wenn Sie aus dem Arreſt kommen! Setzen Sie ſich neben mich und erzählen Sie, was vorgegangen iſt. Sie wiſſen ohne Zweifel, was gegen Sie vorliegt.“

Auch mit dem kleinen Bereiter war eine Ver⸗ änderung vorgegangen. Er hatte den ganzen Vorgang, welcher ſeinen Ehrgeiz aufs empfindlichſte verletzen

und ihn für ſeine Zukunft aufs tiefſte beſorgt machen

v. Schlägel, Die Ritter der Gegenwart. 14