Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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der Züge ein ſchärferes Gepräge zu geben, als es die leichte Anmuth dieſes lieblichen Kindergeſichtes ertragen konnte.

Seltſam auch ſtanden zu dieſem Antlitz der mächtige quergeſetzte Schiffhut, die Verſchnürung am Arm und die großen ſilbernen Sporen an den Füßen, welche andeuteten, daß der hübſche Knabe bereits trotz ſeiner Jugend den Rang eines königlichen Bereiters einnahm. Das Seltſamſte jedoch war der beſtimmte kurze Ton der jugendlichen Stimme, mit welcher der junge Mann zu ſeinen Amtsgenoſſen ſprach, welche alle älter als er oder ſeine Vorgeſetzten waren. Auffallend war es auch, daß der Oberbereiter und die übrigen Umſtehen⸗ den die Kritik ihres jugendlichen Genoſſen hinnahmen, als ſei er völlig dazu berechtigt; nur auf dem ver⸗ gilbten, frühverlebten Geſicht eines hagern Stallmeiſters zeigte ſich eine leichte gallichte Färbung.

Der junge Bereiter bemerkte das nicht und fuhr unbefangen fort:

Majeſtät will den Sultan doch bei den Manö⸗ vern reiten warum dreſſirt man ihn nicht im Freien? Was nützt es, wenn das Thier ſich wirklich daran gewöhnt hat, daß man täglich zwiſchen den Pilaren eine Piſtole abfeuert und ihm dann eine Handvoll