Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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renden Nachbarſchaft auf den gußeiſernen Balkonen, unter den türkiſchen Zelten, die man zum Schutz ge⸗ gen die glühenden Sonnenſtrahlen darüber geſpannt hatte, als eines Nachmittags in Begleitung des klei⸗ nen Bereiters ein eleganter hübſcher Mann heran⸗ ſprengte und in dem grünen Thorweg verſchwand, ein Herr, der den Ariſtokraten aus den höchſten Krei⸗ ſen in jeder ſeiner ruhigen, ſichern Bewegungen verrieth, am meiſten aber dadurch, daß er von der lauten und bunten Geſellſchaft, die zu beiden Seiten über die eiſer⸗ nen Geländer hing, mit keinem Blick Notiz nahm. Für das Pferd geb' ich auf der Stelle hundert Carolin, bemerkte ein beleibter Herr mit Naſalſtimme, dicker goldener Brille und leberkranker Geſichtsfarbe, der ſich von den Geſchäften zurückgezogen hatte und ſich nun aus Geſundheitsrückſichten für einen leidenſchaftlichen Sportsmann hielt, und ſchielte abwärt⸗ auf ſeine krummen Beine, durch welche, wie er ſich häufig aus⸗ drückte, die Natur ihn ſchon zum Reiter beſtimmt hatte. Glaub's Ihnen gern, Goldensleben, daß Sie für ein Pferd geben wollen hundert Carolin, das iſt werth

ſeine drei⸗ bis vierhundert! Glauben Sie, daß mein

Freund, der Oberſtſtallmeiſter Graf Helmberg, ein Pferd für hundert Louisdor reitet, wie ein ausrangirter Börſenjobber??

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