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gend hatte er nie ſo ſchneidig das Wort ergriffen. Sie wußte genug.
Nach einer Weile begann ſie mit ſcheinbarer Ruhe wieder:
„Es iſt wohl ſelbſtverſtändlich, daß Du heute nicht mehr nach Sard zurückkehrſt. Du wirſt daher mit Herrn von Lorin bei Tiſche zuſammentreffen und ich er⸗ innere Dich daran, daß ſeine Angſt und ſein Miß⸗ trauen reger ſind als je und daß ich in den letzten Tagen ſehr dadurch gelitten habe.“
„Ich werde wohl keine Veranlaſſung haben, die Gefühle meines Schwagers noch mehr aufzuregen, denn ich komme nicht zu Tiſche.“
„Es iſt auch vorzuziehen, wenn Du mit mir ſpeiſeſt.“ 4
„Ich danke auch dafür, Schweſter; ich bin nicht hungrig, aber ſehr müde. Ich ziehe es daher vor, mich auf mein Zimmer zu begeben und ſchon jetzt von Dir Abſchied zu nehmen, da ich morgen ſehr früh aufbrechen werde.“
„Wie Du willſt. Lebe wohl, Janos!“
Ketlan beugte ſich nieder, wo er die Hand der Schweſter durch das Dunkel ſchimmern ſah. Sie war kalt und lag unbeweglich in der ſeinen.
Als Janos ſie verlaſſen, drückte die Baronin auf


