252
Weges— eine andere Schaar begegnet ihnen. Ohne ihr Lied zu unterbrechen, bleiben die erſten dicht vor den andern ſtehen, dieſe ſtimmen ein und helfen die Schlußverſe mit zu Ende ſingen. Dann erſt ziehen ſie jubelnd und plaudernd mitſammen in's Dorf. Auch Reihen von Mädchen begegnen dem langſam fahrenden Wagen. Sie haben ihre ſchönſten Kopftücher auf, die Bänder ihrer Sandalen ſind von farbigem Sammt und ihre Strümpfe von den lebhafteſten Farben.
„Was bedeutet das alles?“ fragte Carloni den Kutſcher.
„Es iſt Markt in St. Agno.“
Markt in Agno— es waren die Kirchenglocken von Agno geweſen, welche Fiammetta erkannt hatte und auf den Markt von Agno wollte ſie die neugie⸗ rige Maddalena führen.
Carloni war ſehr bleich geworden.
„Können wir nicht außen um das Dorf herum⸗ fahren?“ fragte er den Kutſcher.
Dieſer ſchüttelte den Kopf und deutete auf die Weinberge und den See, welche für die Straße eine ſchmale Lücke ließen.
„Die Straße geht über den Markt.“
Carloni war im Begriff, dem Kutſcher größte Eile zu gebieten, als er durch die immer dichter wer⸗


