Teil eines Werkes 
1. Band (1876)
Entstehung
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höchſte Spitze, der Montblanc, in blendender Weiße einſam, wie losgelöſt, über den Wolken ſchwamm. Und das Ganze eingerahmt durch das verwitterte Ge⸗ ſtein, von welchem einzelne Epheuranken und zierliche Gräſer leicht und loſe hernieder hingen.

Das junge Mädchen ließ ſich, nieder und legte den Strohhut ab, da die Wölbung Schatten gewährte. Dann nahm ſie ihr Zeichengeräth aus der Mappe und begann die Vorbereitungen zu ihrer Skizze.

Der alte Herr ſtand auf, um zu gehen.

„Ein paar Stunden haben wir noch bis Abend; ich will ſehen, was ich finde; unterhalte Dich indeß, ſo gut Du kannſt.“ Mit der Hand winkend entfernte er ſich vorſichtig auf demſelben Wege, auf dem ſie ge⸗ kommen waren, und Roſe ſah ſeine weiße Geſtalt bald hüpfend, bald watend in dem Röhricht auf und nieder tauchen, bis ſie hinter dem Schloſſe ver⸗ ſchwand.

Lange Zeit ſaß Roſe eifrig zeichnend auf ihrem Steine; ſie hatte Eile, denn die Wolkengebirge thürm⸗ ten ſich immer höher und dichter um den Bergkoloß und ſie fürchtete, ſeine Umriſſe bald ganz verſchwinden zu ſehen. Ringsum war Alles lautlos; Schaaren blauer Fliegen ſtanden blitzend in der Sonne, Bienen ſummten, und in langen Zwiſchenräumen fuhr ein