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empfängt nur ſelten Beſuch, erſcheint aber dafür überall, wo Leute von gutem Ton hinkommen, und iſt ſehr oft bei der Präſidentin. Du wirſt Miſtreß Clairville lieben lernen, Georgina— o, ſie iſt ſo genteel und ſo patrio⸗ tiſch! Doch ſieh, wir ſind zur Stelle!“
Die Kutſche hielt in der Marſhalſtreet vor dem kleinen Hauſe, von welchem Miß Jane geſprochen. Der Nigger kletterte von ſeinem Stehbrete hinter dem Wagen herab und zog die Hausglocke. Dann erſchien ein ſchwarzgekleideter, beinahe rieſenhafter Mann mit derben Zügen und trotzigem Blick an der Thür und ſtarrte den Burſchen an. 3
„Miſſus Jane Singleton und Miſſus Georgina
Smith!“ näſelte der betreßte Darky, indem er ſein
breites Maul zu einem Grinſen verzog.
Der mürriſch blickende Mann antwortete nicht, ſchritt die wenigen Stufen zur Straße herab, öffnete den Wagenſchlag und ſagte den Damen im tiefſten
Baß:„Miſtreß Clairville läßt die Ladies erſuchen, ſich
nach dem Parlor verfügen zu wollen.“ „Ihre Herrin, Kingsley, iſt wohl noch mit der Toilette beſchäftigt?“ fragte Miß Jane. „Scheint ſo!“ brummte Kingsley. Miß Jane wandte ſich lächelnd an ihre Begleiterin. „Die kleine Kokette beabſichtigt jedenfalls“ ſagte ſie,
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