Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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Da der Wagen dicht neben einer Straßenlaterne hält, deren röthliches Licht das Innere deſſelben be⸗ leuchtet, ſo können wir einen flüchtigen Blick auf die ariſtokratiſche Sprecherin werfen.

Sie iſt nicht allein, ſie hat eine Gefährtin. Beide Damen, jung, zierlich, anmuthig, ſind in auserleſener Geſellſchaftstoilette, ihre Seidenroben bauſchen ſich hoch vor ihnen auf. Das bläulichſchwarze Haar der einen iſt mit koſtbaren Perlenſchnüren durchflochten, die halb unter dem Schleier hervorblitzen, welchen die etwas blaſſe, kaum achtzehnjährige Lady um das Haupt ge⸗ ſchlungen hat. Die andere Dame, wohl ſchwerlich älter als ihre Begleiterin, iſt faſt noch ätheriſcher als dieſe und trägt eine Roſe in dem geſcheitelten und in Wellen⸗ form zu den Schläfen ſich hinziehenden dunklen Haar, das unter einem mit Zobel eingefaßten Capuchon her⸗ vorblickt. Beide Ladies lehnen ſich nachläſſig in die ſeidenen Kiſſen des Wagens zurück und haben ſich in lichte Geſellſchaftsburnuſſe gehüllt, die kaum bis zum Knie reichen. Die etwas ſcharf markirten feinen Züge der Dame im Perlenſchmucke verrathen Unmuth, wäh⸗ rend die andere, auf deren ſchmalen Wangen ein zartes hektiſches Roth ſichtbar iſt, gleichgültig und beinahe verächtlich vor ſich hin lächelt.

Einige Minuten vergingen, dann rollte die Kutſche