Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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ſchob eines ſeiner langen Beine über die Stuhllehne, fuhr mit einer ſeiner gigantiſchen, knochigen Hände über die hohe Stirn und das ſchwarze, ſtruppige Haar und ſeufzte leiſe. Er glaubte augenſcheinlich, allein zu ſein. Ich wagte nicht, mich dem ſorgenvollen, über⸗ bürdeten Manne bemerkbar zu machen, deſſen Rieſen⸗ natur ohne Zweifel in dieſem Momente eine unüber⸗ windliche Abſpannung beherrſchte, es erſchien mir eine Grauſamkeit, jetzt den Mann zu ſtören, der Tag und

Nacht ein Leben voll fabelhafter Aufregung führte, ein Leben unſäglicher Arbeit und Verantwortlichkeit. Aber ich war wie an die Schwelle gebannt und meine Augen blieben wie verzaubert auf das faltige, wettergebräunte Antlitz Lincolns gerichtet, auf dieſes unſchöne und doch ſo bedeutende Angeſicht mit der leichtgebogenen Naſe, den zugleich Milde und Energie verrathenden Mund⸗ winkeln und der herrlichen Götterſtirne. Welche Ge⸗ danken mochten hinter dieſer eckigen, wie aus Marmor gemeißelten Stirn jetzt arbeiten? Lincoln hatte geſeufzt, fühlte dieſer ſonſt ſo ſtarke, ſtoiſche Mann, der unge⸗ achtet der heftigſten Anfeindungen von mancher Seite trotz der Mißerfolge, welche den Norden getroffen, das Staatsruder feſt und ſicher lenkte, einen Moment der Entmuthigung, zweifelte er einen Augenblick an der glücklichen Löſung der ungeheuren Aufgabe, die er ſich