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dann aber blieben weitere Nachrichten über ihn aus, oder auch möglich, ich überſah ſie!“
Die jugendliche Reiterin wendete ſich zu ihrem hageren, ſtoiſchen Begleiter. Sie blickte ihn mit einer gewiſſen Befriedigung an.
„Erinnerſt Du Dich nicht des Generals, Onkel?“ fuhr ſie fort.„Bevor er in die Armee trat, lebte er längere Zeit in New York und beſuchte uns häufig, während wir auf unſerem Landſitze am Hudſon wohnten. Er kam faſt immer in Begleitung des jungen deutſchen Arztes, des Doctor Arnau von Brooklyn, und wir nannten die beiden Männer die Unzertrennlichen. Ich glaube, der arme Doctor liebte meine Schweſter Lucy, und wahrhaftig, ich hätte ſie ihm lieber gegönnt, als dem ſchönen aber wilden Edmund Crawford von Char⸗ leston, dem zu Liebe ſie eine„Südſtaatenbaronin«, die Frau eines Pflanzers ward, der jetzt ſo gut ein fana⸗ tiſcher Widerſacher unſerer Union iſt, wie die übrigen Rebellen! Beſinnſt Du Dich noch auf Lovett und den Doctor?“
„Was ſollte ich nicht?“ antwortete der Befragte. „Währte doch mein Beſuch, den ich Deinem Vater vor ſechs Jahren machte, lange genug, beide Männer hin⸗ reichend kennen zu lernen. Ueberdies iſt Lovett ein reicher Mann, nennt in unſerem Pennſylvanien Grund


