Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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Seine Geſtalt war ziemlich robuſt und doch nicht fleiſchig. Seine völlig bartloſen Züge hatten einen

eigenthümlichen Ausdruck, ſie waren ſtark ausgeprägt

und es ließ ſich bei genauer Beobachtung allerlei aus ihnen herausleſen, denn es war in der That ein Ge⸗ miſch von Leutſeligkeit, Verſchlagenheit, Argwohn, Be⸗ ſcheidenheit und vorſichtigem Lauern, was in dieſem blaſſen etwas gelblichen Antlitze blitzesgleich auftauchte und wieder verſchwand. Im Ganzen und Allgemeinen aber war die Miene des Mannes diejenige eines Men⸗ ſchen, der ſich ſeiner Umgebung überlegen weiß, und doch ſich den Anſchein gibt, als ſei er der Letzte der⸗ ſelben. Er hatte ein mildes, höfliches Lächeln auf den ſchmalen Lippen, aber aus ſeinen Augen, die meiſtens anſchei⸗ nend harmlos und gleichgültig auf Alles ringsumher gerichtet ndon ſchoß dann und wann ein Blick her⸗ vor, der, ſo verſteckt er auch hinausgeſchleudert ward, doch eine gewiſſe Wildheit verrieth, die ſich ſonſt kei⸗ neswegs in der Erſcheinung des Mannes ausſprach.

Dieſer grüßte ſehr artig, ſowohl den Portier als auch den Baron, und war im Begriff ſich der Haupt⸗ treppe zuzuwenden, als der Dicke mit dem verſilberten Stabe ſehr vernehmlich zu Bülow ſagte:„Wenn der Herr etwas mit dem Herrn Grafen zu reden haben, ſo bitte ich, ſich an dieſen Herrn zu wenden.“