Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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von Paulinen, aber dennoch erkannte ſie das von ent⸗ ſetzlicher Aufregung todtbleiche Antlitz des jungen Man⸗ nes. Es war Franz Weidner, der in nächſter Sekunde vielleicht mit zerſchmetterten Gliedern blutend zu ihren Füßen liegen konnte.

Eine an Wahnſinn grenzende Angſt erfaßte Pau⸗ line, ihre Wangen entfärbten, ihre Züge verzerrten ſich, ſie fühlte ſich einer Ohnmacht nahe, und preßte tau⸗ melnd ihre Hände krampfhaft gegen die Mauer, ſich auf⸗ recht zu erhalten.

Da ertönten neue Aufſchreie von den Seiten der Gaſſe her, wohin die Menſchen ſich geflüchtet, aber auch ein ſchriller Angſtruf aus der Mitte des Fahr⸗ weges. Paulinens grauſenerfüllter Blick ſchweifte mit Blitzesſchnelle dorthin. Sie kreiſchte auf. Entſetzen ſchüttelte ſie.

Ein Knabe, der über den Weg hatte ſpringen wol⸗ len, war ausgeglitten, zu Boden gefallen, und lag nun lang ausgeſtreckt auf dem Steinpflaſter. Noch eine halbe Minute und die Hufe der durchgehenden Noſſe mußten das Kind zerſtampfen, die Räder des Fuhrwerks es zermalmen.

Da durchzuckte Paulinens Seele ein Gefühl von wunderbar überirdiſcher Gewalt. Sie raffte ſich auf, halb beſinnungslos, aber doch mit dem Todesmuth der