19 wahrhaftig! kein ſuͤndliches, neidiſches Ge⸗ fuͤhl, das mein Inneres, in Bezug auf ſie, verbittert— ich goͤnne vielmehr, Deiner Vorausſetzung gemaͤß, der Geliebten alle Kraͤnze des Lebens; aber ſteh' ich nicht neben ihr, wie die Magd neben der Herrin? Sie ward zum Heile berufen, ich zum Leide! Sie zum Genuſſe, ich zur Verſagung! Ihr ward der wuͤrdige Alfried, mir der nichtswuͤrdige Tieffuß— Ihr erſtes Lieben fuͤhrte ſie, uͤber Roſen und Lorbern, zum Gipfel der weibli⸗ chen Ziele, mein erſtes Lieben mich, durch Scham und Gram, zur Entbehrung und waͤhrend dem ich, bei aͤhnlichen Anſpruͤchen, unbeachtet verbluͤhe, wird ſie geprieſen, be⸗ ſungen und mit Auszeichnung uͤberſchuͤttet. O, lieber, guter Rudolf! das kraͤnkt mich! geſtern habe ich ſie wieder zu dem praͤchtigen Feſte geſchmuͤckt, ihr dann ſehnſuchtnall nach⸗ geblickt und nachgeraͤumt; habe, waͤhrend dem
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