196 Als Wallow jetzt, zwiſchen Groll und Wehmuth— von keinem befreundeten, ge⸗ liebten Weſen empfangen und umfangen— in ſeiner Frauen Wohnſtube trat, fuhr die gebeugte, in Thraͤnen ſchwimmende Schmer⸗ zenmutter, mit einem Schrei vom Sopha auf, denn ſie glaubte ihres Adolfs Geiſt zu ſehen: er aber hatte, in ſeiner Gaͤhrung, nicht bedacht, wie leicht der Schreck, ſelbſt aͤber erfreuliche Erſcheinungen, verderblich wird. Sie ſtanden beide, Sekunden lang, ſtumm und erſchuttert, gegen uͤber; dann trieben Zaͤrtlichkeit und Wehgefuͤhl, die Be⸗ draͤngte an ihres beſten Freundes Bruſt.
Da bin ich denn! ſagte Wallow, in ihre verweinten Augen ſehend: und der Zu⸗ ſtand, in dem ich Dich finde, deutet auf Un⸗
heil. Meine Sehnſucht, mein ſchoͤnſter Ge⸗ danke in der wildfremden Ferne, war die Stunde des Wiederſehens.— Da bin ich


