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Taͤuſcht mich das Fieber? rief ich verzuͤckt — Ein Wort gab dann das andere; ich ſagte endlich, Beſinnung gewinnens—
Haͤtte mir die Zweifelſucht eine ſo uͤber⸗ raſchende Entwicklung zu ahnen verſtattet, ſo wuͤrde ich Sie ſchon fruͤher unterbrochen, und den Aufſchluß ſelbſt herbeigefuͤhrt haben. Mein Herz, Geliebteſte! fuͤhlt lebhaft, welche Maſſe von Selbſt⸗Verleugnung, welche Reihe von Kaͤmpfen, dieſem muͤhſeligen Opfer der Dank⸗ barkeit vorangehen mußten, und die Verſu⸗ chung, welcher mich das Mitleid meiner Freun⸗ din unterwirft, reicht hin, den Frieden mei⸗ nes Lebens zu verſtoͤren. Ergreife ich dieſen Bluͤthenkranz, ſo. wird mein Auge immerdar nur ein Almoſen in ihm ſehn, mit dem die Großmuth ſich bei dem Eigennutz abfand— Verſchmaͤh ich ihn, ſo kann das brechende Herz ſeines Sieges nicht froh werden und muß, als ein Opfer des thoͤrichten Stolzes
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