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eben keine große Strafe fuͤr ſie geweſen, jedoch fuͤhlte ſie den damit verbundenen Verluſt alles
Prunkes und Scheins, den ihre gegenwaͤrtige Lage mit ſich brachte, ſehr tief. Sie ſah ſich gezwun⸗
gen jetzt einzig von der Gnade ihrer Verwand⸗ ten zu leben, wurde von allen ihren vornehmen
Bekannten nur mehr uͤber die Achſel angeſehen,
hatte keinen Freund auf der ganzen Welt, der ſie bemitleidete, denn ſogar ihre Kammerjungfer, welche ſonſt immer in ihrer beſondern Gunſt ge⸗ ſtanden hatte, ſagte ihr den Dienſt auf, weil nun nicht mehr viel von dieſer immer launigten Herr⸗ ſchaft zu erwarten war.
Wir unterlaſſen den Bericht ihrer ferneren Demuͤthigungen und Leiden, und ſetzen nur hin⸗ zu, daß ſie ein Raub ihrer Leidenſchaften wurde, und endlich an einem Nervenfieber ſtarb.
Bald nach ihrem Tode ſchrieb Karl folgen⸗ den Brief an ſeinen Vetter:
„Lieber Wilhelm!
„Du wirſt den Tod meiner Frau erfahren haben, und ich wage nichts hinzuzuſetzen, als, wie groß auch ihre Fehler geweſen ſein moͤgen, ſo hat ſie dafuͤr gelitten, wie ich fuͤr die meini⸗ gen. Glaube mir, ich bin voͤllig von dem Wun⸗


