Teil eines Werkes 
3. Theil, Auswahl kleiner Erzählungen : 1. Theil (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

welcher ich Verſe machte, in Erſtaunen. Um ungeſtoͤrter arbeiten zu koͤnnen, zog ich mich aus den geraͤuſchvollen Gemaͤchern des Palaſtes in eine Art von Alcoven zuruͤck, der am Ende einer langen Gallerie, auf der andern Seite des Gebaͤudes in einen Hof fuͤhrte, in dem unſer Artillerie⸗Corps aufzuziehen pflegte; ſobald dies aber Parade gehalten hatte, war es den uͤbrigen Theil des Tages und der Nacht voͤllig ruhig hier. Meiner Gewohnheit gemaͤß ſchrieb ich im⸗ mer dann, wenn andere zu ſchlafen pflegen; in einer der ſchönen, mondhellen Naͤchte aber begab ich mich von meinem Arbeitstiſche aus mei⸗ nem Alcoven hinweg in die Gallerie, um einige Verſe zu Ehren unſerer großen Koͤnigin Eliſabeth wandelnd zu componiren. Alles ging vortrefflich, nur der letzte Endreim wollte nicht nach meinem Gefallen kommen; ich ſetzte mich auf einen kuͤnſt⸗ lich errichteten Felſen, welcher ſich in der Mitte des Hofes befand, ſann und ſann, bis ich— in einen feſten Schlaf ſiel. Ein fuͤrchterliches Krachen, gleich dem eines heftig rollenden Don⸗ ners, erweckte mich, und ſtuͤrzte mich ſaſt ſinn⸗ los zu Boden.