4⁰3 1 Juͤngling!— Wenn ſie nun krank wird, und dein harter Brief ſchuld daran iſt?“—
„Um Gotteswillen, Herr, wenn ſie noch einige Menſchlichkeit beſitzen, ſo fuͤhren ſie mir dies ſchauderhafte Bild nicht vor die Seele!“—
„Sobald du mir verſprichſt, es ſelbſt durch einen andern, und beſſern Brief zu verbannen.“—
„Ich muͤßte mich doch ſchaͤmen, ſobald dar⸗ auf einen anders lautenden Brief zu ſchreiben!“—
„Des erſten Briefes haͤtteſt du dich billig ſchaͤmen ſollen, nicht des zweiten. Komm ſchreib, ich bitte dich, ſonſt moͤchteſt du es Zeitlebens bereuen. Denke dir, wenn nun deine Mut⸗ ter———
„Still, ſtill! nicht noch einmal die ſchreck⸗ lichen Worte; lieber will ich alles thun!—“
Er ergriff ſchnell ein Blatt Papier und ſchrieb ſeiner Mutter, daß er ſeine erſte Heftigkeit bereue, ſie deßhalb um Verzeihung wegen ſeines letzten beleidigenden Briefes bitte, und erboͤtig ſei zu ihr zu kommen, wann ſie es befoͤhle. Ihres Man⸗ nes Namen aber nur zu nennen, oder auch ihm einige freundliche Worte zu ſagen, dazu konnte der gute Alte ihn nicht bewegen. Doch hatte er
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