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Krankheit nicht, und fuhr ſchon am dritten Morgen fruͤh bei Frau Derville vor.— Noch hatte ſie ſich keine feſten Verhaltungsregeln ihres Be⸗
tragens gegen die Pfarrers⸗Frau vorgeſchrieben,
und war unſchluͤſſig, ob es beſſer ſei, ihr durch ihren Rang zu imponiren, oder durch herablaf⸗ ſende Guͤte ſie dahin zu bringen, ihrer vornehmen Verwandtin in allem gefaͤllig zu ſeyn. Ueberzeugt daß weder die Mutter noch die Kinder ſich in ordentlicher Geſellſchaft praͤſentiren koͤnnten, be⸗ ſchloß ſie dennoch ſie zum Mittags⸗Eſſen einzu⸗
laden; aber nur einige von ihr abhaͤngige Per⸗
ſonen dazu zu bitten, um nicht erroͤthen zu muͤſ⸗ ſen, an ihrer Tafel ſolche linkiſche Figuren vom Lande zu haben.
Noch war dieſer wichtige Entſchluß nicht voͤl⸗ lig in ihrem Innern gereift, als ſie ſchon aus ihrer Kutſche ſtieg.— Frau Derville, dieſen Beſuch wenig ahnend, ſaß eben mit ihren Kindern in einem hintern Zimmer des Hauſes, und ſang mit Johanne und Lionel einen italieniſchen Canon, welchen eine Dame, die ſie im Bade kennen gelernt, ſie gelehrt hatte.


