Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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argloſe Seele, ſah, nach verliebter Frauen Weiſe, des Schatzes Langohren fuͤr Engel⸗ fluͤgel an und in den Fruͤchten ſeiner Thor⸗ heit unverſchuldete Gallaͤpfel, die ihm der Herr, zu Pruͤfung des Gerechten, in den Lebenskelch werfe.

Ryno ſprach, von dieſer ſchneidenden Kritik verletzt: Sein Wille ehrt den Ungluͤck⸗ lichen doch; dazu war er ein zaͤrtlicher Vater und Gatte und darum ihrer Liebe und ihres Leides werth. Die Witwe ſcheint mir ver⸗ ſtaͤndig und ſittlich gut zu ſeyn.

So ehrbar, entgegnete der Greis: daß ich den Lauerern und Klatſchen die Freude nicht goͤnnen mag, ſie mit dieſem angeneh⸗ men, bildſchoͤnen Offiziere unter einem und demſelben Dache uͤbernachten zu ſehen. Ihr edles Zartgefuͤhl wird mir beiſtimmen. Gern fuͤhrte ich den jungen Freund in mein eigenes Haus ein, wenn mir der Holofernes