Teil eines Werkes 
2. Theil (1830)
Entstehung
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deßhalb, ſtatt des gehofften, hingebenden Jawortes, mit gemeſſener Kaͤlte um das Geſtatten fernerer Bedenkzeit erſucht. Eras⸗ mus ging verbluͤfft und geaͤrgert und be⸗ gegnete auf der Treppe, ohne ſein Ahnen, einem Brautpaare, das aus der Kirche zuruͤckkam, wo es ſich, um die werthen Angehoͤrigen und Freunde zu uͤberraſchen, ſo eben in der Stille trauen ließ, dem verehrlichen Polizei⸗Meiſter naͤmlich und ſeiner liebens⸗ werthen Margarethe Guding, welcher es nun, als ſie der Gatte nach dem Segen⸗ ſpruch umfing, zum erſten Male wieder, doch nicht kalt, ſondern bruͤhwarm, am Ruͤckgrate hinab lief. Nicht etwa als be⸗ denkliche Folge des weiland gehobenen Waͤſchkorbes, ſondern als eine Schwing⸗ ung des Nervenreizes, welchen Andacht, Ruͤhrung, Luſt und Liebe zu dem heiligen Eheſtande und dem willkommenen Ehe⸗ gatten veranlaßten.