224
ihres Lebens, das Weßler's geiſtergleiches Erſcheinen mit der Unverſehrten— das Ladislav's ausbrechender Groll, das die pltzliche Flucht beider Maͤnner vollends zerruͤtteten. Nina kraͤnkelte ſeit dem ver⸗ haͤngnißvollen, ſchrecklichen Tage und hatte eben jenen ruͤhrenden, den Grafen zur ſchnellen Wiederkehr beſtimmenden Brief abgeſandt, als ein heftiger Blutauswurf ſie in Gefahr und das lebhafte Vorgefuͤhl des nahen Todes uͤber ſie brachte. Ladislav, das Idol der eiteln Sinn⸗ lichkeit, erblich jetzt neben der Lichtgeſtalt des beſſern Ferdinand's, des edeln Haus⸗ freundes, der ſie fruͤher, als Unthal's Gat⸗ tin, heilig gehalten hatte und den die Ret⸗ tung ihrer Tali zum kuͤnftigen Schutzgei⸗ ſte der Verlaſſenen weihte. Sie ſchrieb ihm jetzt ihr Lebewohl— ſchrieb im herz⸗ erſchuͤtternden Geiſte der Reue und des Leides, der heißen Zaͤrtlichkeit und der


