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194 Pflicht. Ach, Amalie, weinen moͤcht' ich, wenn die Erinnerung an jene beßre Zeit mich ſaßt, wo ich Dich noch, hoffnungsvoll, an dies Herz druckte.
Du lebſt in dem meinen! entgegnete ſie, mit dem Zauber des Wohlwollens und ſetzte ſich trau⸗ lich an meine Seite.
Gebenkſt Du, fuhr ich fort: gedenkſt Du noch der langen Winter⸗Abende, wenn wir ſo
wie jetzt, doch viel harmloſer, im heimlichen
Stuͤbchen ſaßen, und die heiligen Banden der Freundſchaft, der Mittheilung und des Mitge⸗ fuͤhls uns umſchlangen. Wie wir uns da jede geheime Regung mittheilten, ich in Deiner See⸗ le las, Du uber das Schickſal meines Alberts weinteſt, mit meiner Lina Dich der Triumphe freuteſt, die ihr ſchoͤnes Herz errang.
Ich gedenke! ſprach ſie ſeufzend, und legte das Geſicht in ihre Hand.
A
Dein Innerſtes lag offen vor mir da. Iu
Dir ergruͤndete ich das Weib, o raube mir den Glauben nicht an Dein Geſchlecht.
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