139
Bitten um einen Zehrkuß! fuhr der Kriegsrath fort. Jener drohete, im Verſa⸗ gungs⸗Fall, mit dem Einſteigen.
Charlotte war verſtummt, Eliſe ſchalt, doch naheten beide allgemach dem Fenſter und hatten den zudringlichen Luftſtreichern kaum einen Finger gereicht, als ſich jede von zwei ſtarken Armen umſtrickt fuͤhlte.— Jetzt ward es abermals ſehr laut in dem Fenſter und dann immer ſtiller; es klang wie Tropfenfall, das Echo wiederhohlte den Klang der erbetenen Zehrpfennige.—
Diebel ſchrie der rothnaſige Amtsbo⸗ the. Diebe! jammerte die verblichene Jun⸗ gemagd, in das Gaſtzimmer ſtuͤrzend und ſagte ganz odemlos zu der Mama und den uͤbrigen, bebenden Frauenzimmern— Es ſtie⸗ gen zwei baumſtarke Maͤnner— in Mamſel Lottchens Kammer⸗Fenſter— Die Mamſel ſchrieen ganz klaͤglich— und immer klaͤglicher — bis es ganz ſtill ward— Sie haben ihr gewißlich den Mund verſtopft.


